zu gast im gegenüber
Eigentliche wollte ich erst gar nicht. Ja, ich hatte schon gehört, dass andere (zum Beispiel mein Sohn Jonas) im „Gegenüber“ waren. Aber war es für mich wirklich dran, Ende Februar für einige Tage aus dem laufenden Alltag auszusteigen?
Zur Erklärung für alle, die es nicht wissen: Das Gegenüber ist eine kleine rote Gartenhütte am Waldrand von Adorf. Ein Ort der alles hat - außer Luxus und Komfort. Konkret bedeutet das: kein Strom, kein fließendes Wasser - aber dafür Ruhe, Natur und eine spürbare Nähe zu Gott, unserem Schöpfer und seiner Schöpfung.
Mehr Infos zum Gegenüber gibt's HIER.
Für mich ein bisschen wie „Kleinschweden“ nur ohne lange Anfahrt und ohne Elche. Und wenn ich heute zurückblicke, dann bin ich total dankbar, dass Gott mir diese Zeit in Adorf geschenkt hat und ich mich auf den Weg gemacht habe! Was waren die Puzzelteile, die diese Zeit im Gegenüber für mich am Ende so wertvoll gemacht haben? Zuerst einmal wusste ich, dass Gott mich dort haben will. Über alle Schwierigkeiten hinweg hat er diese Tür geöffnet.
Sehr dankbar bin ich auch für die Gespräche und Begleitung mit Stephan als Mentor und Marthe als „Gegenüber-Managerin“. Auch die kurzen Bege-gnungen beim Bergfest und beim INSEL-Gebetstreff waren sehr ermutigend in einer Zeit, wo ich sonst in der Hütte eher nur den Vögeln und Rehen begegnet bin. Besonders wertvoll war für mich, mit Jesus auf tieferliegende Themen meines Lebens hinzuschauen und hinzuhören, was er dazu sagt. Oft habe ich einfach am Ofen gesessen, hinüber auf die große hell erleuchtete Stadt Chemnitz geschaut und Tagebuch geschrieben oder versucht, etwas zu malen. Dabei ist vieles bei mir freigesetzt worden, was lange unter zu viel Aktivität verschüttet gewesen war.
Ich weiß nicht, in welcher Situation du gerade stehst, wenn du diese Zeilen liest. Vielleicht denkst du: „Ich würde ja auch gerne mal so was ähnliches machen. Aber…“ Lass dich ermutigen, trotzdem Schritte zu wagen. Vielleicht sind es am Anfang nur ein oder zwei Tage. Jesus sagt auch zu dir heute wieder neu: „Kommt her zu mir alle, die ihr Mühe habt und kämpft. Ich will euch erquicken und Ruhe schenken…“ (Matthäus 11,28). Genau das ist es, was ich Anfang 2026 im Gegenüber erleben durfte!
Matthias Tittel