ANGEDACHT
Liebe INSEL-Freunde,
"In der Stille angekommen, werd ich ruhig zum Gebet, große Worte sind nicht nötig, denn Gott weiß ja wie’s mir geht".
Vielleicht kennen manche von euch diesen Vers aus dem etwas älteren Lied "In der Stille angekommen". Scheinbar will das so gar nicht in unsere Zeit passen. Wann und wo ist es denn still? Anfragen, Nachrichten, Informationen, Aufgaben, Medien, Musik, bewegte Bilder…, eigentlich ist immer alles in Bewegung, mehr oder weniger laut. Die Stille schreit nicht, sie macht nicht mit blinkenden Nachrichten auf sich aufmerksam, sie taucht nicht in einem You-Tube-Short auf, sie hat keine Follower auf Instagram. Sie ist still, ganz leise, unauffällig und wartet, dass WIR zu ihr kommen. Vielleicht übersehen wir sie deshalb so leicht. Aber wir brauchen diese Stille, um zur Ruhe zu kommen und um zu Gott zu kommen.
Manchmal denken wir, es ist nur in unserer Zeit so laut. Stellen wir uns kurz die Menschenmenge vor die Jesus immer umgab, den Lärm einer orientalischen Stadt…, es war mit Sicherheit ALLES aber nicht still. Deshalb lesen wir immer wieder in den Evangelien, dass Jesus sich ZURÜCK zog, an einen einsamen Ort, auf einen Berg, in die Würste, um zu beten, um die STILLE - mit seinem Vater - zu suchen (z.B.: Mk 1, 35; Lk 5, 16; Mt 14, 23). Wenn JESUS, der Sohn Gottes DAS nötig hatte, wie viel mehr brauchen wir es dann?
Die gute Nachricht ist, es gibt Stille. Wenn wir das Handy ausschalten, die Türe zuschließen oder z.B. in den Wald gehen, dann wird es äußerlich still. Dann kommt unsere Seele zur Ruhe. Und dann haben wir die Chance, zu Gott zu kommen und auch zu hören, denn im Lärm des Alltags ist es viel zu laut für die leise Stimme des Heiligen Geistes. Deshalb möchte ich uns alle ermutigen, uns Momente der Stille zu suchen (ein mögliches Angebot dazu findest du bei uns im April und Mai: Stiller Tag), auch wenn es erst mal herausfordernd und anstrengend erscheint. Aber viel gefährlicher ist es, es zu lassen und zu riskieren, dass der Lärm uns schluckt, uns krank macht und unsere Gottesbeziehung gefährdet.
Deshalb: Mut zur Stille.
Eure Sabine